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Wechsel in der Vorstandschaft

Die Kronacher Freien Wähler haben einen neuen Vorsitzenden. Der Ortsverband legt zudem die Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit fest.


Von einem "bewegten, spannenden und arbeitsreichen Jahr" sprach Vorsitzender Wolfgang Beiergrößlein in seinem Jahresrückblick des Ortsverbands wie auch in seiner Funktion als Bürgermeister. Trotz angespannter Haushaltslage habe man viele Projekte realisieren können. Hauptaufgaben blieben die Beibehaltung einer restriktiven Haushaltspolitik wie auch die Fortführung der Haushaltskonsolidierung.

Erfreulicherweise habe man erneut Schulden abbauen und neben der ordentlichen Tilgung von 1,4 Millionen Euro - zusätzlich eine Sondertilgung von 2,9 Millionen Euro leisten können. Der Gesamt-Schuldenstand der Stadt beträgt circa 40 Millionen Euro, 20 Millionen Euro weniger als bei seinem Amtsantritt im Jahr 2008. Auch der Schuldendienst konnte erheblich gesenkt werden. "Die Haushaltskonsolidierung hat sich bewährt", freute er sich. Erstmals nach Jahrzehnten sehe der Planentwurf für den Haushalt 2016 und 2017 im Kernhaushalt keine neue Kreditaufnahme vor. Ausdrücklich würdigte er die konstruktive und sachorientierte Zusammenarbeit mit allen Parteien. In der nächsten Woche wird Kronach aus Händen von Staatsminister Markus Söder eine Stabilisierungshilfe von voraussichtlich 1,5 Millionen Euro erhalten. Dafür dankte er.


Trotz aller Erfolge stünden noch viele Projekte an. Bei der Umsetzung habe weiterhin die Ausgabendisziplin höchste Priorität. Die Festungs-Sanierung schreite in großen Schritten voran. Für Straßenunterhalts-Maßnahmen und Sanierungen stünden im Haushalt Mittel bereit. Den Neubau Schwarzer Steg habe man abgeschlossen, für die Spitalbrücke sei er in Planung. Die neue Treppe von der oberen in die untere Stadt werde im Frühjahr 2017 nochmals ausgeschrieben. Ganz vorne bei den Zielen stehe die Sanierung der Festungsstraße. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses mit Atemschutzanlage liege zudem voll im Kosten- und Zeitplan. Für die Dorferneuerung Friesen dürfe man außerdem von einer hohen Förderung ausgehen. Und auch die Rosenberg-Festspiele seien gut gelaufen. "Sehr erfreulich verläuft die Konjunktur in der Region", freute sich der Bürgermeister. Dies drücke sich sowohl in einer niedrigen Arbeitslosenquote von drei Prozent als auch in einer hohen Investitionstätigkeit ansässiger Firmen aus.

Für die Finanz-Fachhochschule mit 200 Studienplätzen würden die Vorbereitungen bereits laufen und in der Lucas-Cranach-Grundschule werde es zum Schuljahr 2017/18 ein offenes Ganztagsangebot geben. Die Mittelschule werde mit einem Volumen von zehn Millionen Euro saniert. Der Breitbandausbau durch die Telekom sei bis Ende des Jahres per Vertrag mit der Stadt für über 90 Prozent aller Haushalte gesichert. Zur Absicherung von 100 Prozent habe die Stadt ein weiteres Förderprogramm über Bundesmittel beantragt.

Die Nachfrage nach Wohnbau sei, so Beiergrößlein, weiter unbegrenzt. Deutliche Position bezog er zum Verkauf der KWG an die ZBI Immobilien Gruppe, welche die maroden Wohnungen wieder salonfähig gemacht habe. "Seit der Übernahme hat die ZBI an die 16 Millionen Euro investiert, geplant waren sieben. Diese Summe hätte weder die Stadt noch der Kreis aufbringen können", betonte er. Einen Einblick in die wirtschaftliche Situation gab Schatzmeister Uwe Detsch. Kassenprüfer Stefan Wicklein bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung.

"Wir müssen die Haushaltskonsolidierung konsequent weiterverfolgen", appellierte Stadtrats-Fraktionsvorsitzender und neuer Kreisgeschäftsführer Michael Zwingmann, keine Politik auf Pump zulasten nachfolgender Generationen zu machen. Der Weg sei mühsam, aber nur so kämen die Stadt und ihre Ortsteile aus ihrer finanziellen Schieflage. Titel wie Sparminister, mit denen Beiergrößlein ab und an "bedacht" werde, seien angesichts der erfolgten Investitionen fehl am Platze. Die immense Themenvielfalt werde man nicht von heute auf morgen bewältigen können, aber man könne Prioritäten setzen und abarbeiten. Bislang habe man die Erfolge der FW zu wenig in der Öffentlichkeit kommuniziert. Dies wolle man ändern, kündigte der neue Vorsitzende an.

Von einem Highlight sprach Kreisvorsitzender Tino Vetter angesichts der kürzlich erfolgten Nominierungsversammlung von Uwe Zipfel als Bürgermeisterkandidat in Steinbach am Wald. "Es wäre sehr erfreulich, wenn wir die Bürgermeisterachse Kronach - Stockheim - Pressig weiterführen könnten", wünschte er sich. Stark prangerte er jedoch an, dass in der derzeitigen Diskussion um potenzielle Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten die Freien Wähler außen vor gelassen werde. Mit Kreisrat Alexander Hold aus Kempten habe man einen sehr aktiven und angesehenen Kandidaten, der aber von den Medien weitgehend ignoriert werde. Mitte Januar wird Hold zum Neujahrsempfang des Bezirksverbands nach Oberfranken kommen.

Vorstandsschaft der Freien Wähler

(Bericht und Bild Heike Schülein, Neue Presse)