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Ansprache Bürgermeister

Ansprache des Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein zur Jahresschlusssitzung am 30.12.14

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

in der Weihnachtszeit lässt man sich allzu gerne beschenken. Unsere Stadt Kronach braucht sich in diesem Jahr in dieser Hinsicht über zu wenig Aufmerksamkeit und Großzügigkeit wahrlich nicht zu beklagen.

Einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk kam es für mich gleich, als Anfang Dezember der Durchbruch bei der Standortfindung für die künftige Kronacher Finanzhochschule gelang. Die Staatsregierung hat damit Wort gehalten und ihr Versprechen aus der Kabinettsausschusssitzung, die im August 2013 auf der Festung Rosenberg stattfand, einen Teil des in Oberbayern angesiedelten Fachbereichs Finanzwesen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege nach Kronach zu verlagern, erfüllt.

Das Gelände zwischen Siechenangerstraße und Hammermühlsteig, wo derzeit noch der Hagebaumarkt sein Domizil hat, ist für uns die Ideallösung, weil der Standort nahe an der Innenstadt gelegen ist und die 200 jungen Leute, die voraussichtlich ab 2018 in Kronach studieren, zu einem lebendigeren und jüngeren Stadtbild beitragen werden, wie es auch Staatsminister Dr. Markus Söder bei seinem Besuch am 18. Dezember in Kronach betont hat.

 

In enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wurden die intensiven Gespräche in den vergangenen Monaten zu einem großartigen Erfolg geführt, über den wir uns zu Recht freuen dürfen. Die Einigung ist ein Musterbeispiel für eine Win-Win-Situation für alle: Der Freistaat Bayern übernimmt das komplette Hagebaumarktgelände, um dort den Fachhochschulcampus mit Studentenwohnheimen, Lehrsälen, Sporteinrichtungen etc. zu errichten. Insgesamt rund 50 Millionen Euro werden dafür auf dem 15.000 Quadratmeter großen Areal in Kronach investiert, wovon sicherlich auch die heimische Wirtschaft profitieren wird. 30 Arbeitsplätze für haupt- und nebenamtliche Dozenten und Verwaltungspersonal werden neu entstehen und für uns geht damit ein Traum in Erfüllung: Kronach wird tatsächlich Fachhochschulstadt!

Und auch der Firma Karst ist mit der Betriebsverlagerung ins Gewerbegebiet Fröschbrunn geholfen. Der Baumarkt kann in ein Gebäude zusammengeführt und noch erweitert werden. Wenn alles planmäßig verläuft, soll bereits Anfang 2016 der Betrieb am neuen Standort aufgenommen werden.

Ich danke allen, mit deren Hilfe hier wichtige Weichenstellungen für die zukünftige Stadtentwicklung vorgenommen werden konnten:

- Herrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer und der gesamten Staatsregierung für die Stärkung unserer strukturschwachen Region und des ländlichen Raums - Allen beteiligten staatlichen Behörden, wie dem Finanzministerium mit Finanzminister Markus Söder an der Spitze, der Bayern Immobilien und dem staatlichen Bauamt für die schnelle Umsetzung des Vorhabens - Stimmkreisabgeordneten Jürgen Bäumgärtner für sein vermittelndes Eingreifen - Landrat Oswald Marr und dem Landkreis Kronach, die das Projekt stets mitgetragen haben - Der Geschäftsführung der Firma Hagebaumarkt Karst für ihren unternehmerischen Weitblick und die konstruktiven und letztlich erfolgreichen Verhandlungsgespräche - sowie allen Mitarbeitern der Stadt Kronach für die gute Vorarbeit, die zum Gelingen des Vorhabens unabdingbar war.

Dieser Fortschritt zeigt, dass unsere Anliegen nicht auf taube Ohren stoßen und Kronach somit Oberfranken in München durchaus ernstgenommen werden. Durch den Neubau der Finanzhochschule wird die Zentralität Kronachs gestärkt. Die Schule strahlt aber auch auf die Region aus: Die Studenten, die nach Kronach kommen, werden sicherlich auch gerne das eine oder andere Freizeit-, Vergnügungs- und Gastronomieangebot in der Region nutzen und so die Kaufkraft stärken.

Jetzt gilt es, die planerischen Voraussetzungen zu schaffen, damit 2016 der Spatenstich und 2018 die Fertigstellung der Fachhochschule erfolgen kann. Ein ehrgeiziges Ziel, das aber sicher erreicht werden kann, wenn wie bisher alle Kräfte weiter an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen.

Ein weiteres Ergebnis der angesprochenen Kabinettsausschusssitzung ist die der Lorenz-Kaim-Berufsschule angegliederte Tourismusschule Franken, die im September ihren Betrieb aufgenommen und gleich im ersten Jahr gut angenommen wird.

Gestärkt wird die Bildungslandschaft in Stadt und Landkreis Kronach ab März 2016 auch durch die Einrichtung eines berufsbegleitenden Studiengangs „Zukunftsdesign“, der auf dem LOEWE-Areal unterrichtet wird. Er ist ein weiteres Präsent der Staatsregierung, über das wir uns sehr freuen.

Maßgeblichen Anteil an der Umsetzung hat das Innovationszentrum Kronach, das sein Büro bei uns im Rathaus hat, mit Geschäftsführer Hendrik Montag-Schwappacher, dem ich für sein Engagement nicht nur bei der Realisierung dieses Vorhabens herzlich danke.

Um auch in Zukunft am Markt mit den besten Produkten eine Chance zu haben, ist es für unsere Unternehmen besonders wichtig, auf das sogenannte „Zukunftsdesign“ ihrer Produkte und deren Fortentwicklung zu achten und dort Kapital zu investieren. Umso schöner ist deswegen die Verwirklichung dieser Fortbildungsmöglichkeit in Kronach.

Überhaupt liegt uns das Wohl der heimischen Unternehmen besonders am Herzen, denn wir sind dringend auf die Arbeitsplätze angewiesen, die sie den Menschen in der Region zur Verfügung stellen, damit wir der Abwanderung gerade junger Leute etwas entgegenzusetzen haben. Deshalb stehen mein Wirtschaftsreferat und ich persönlich in sehr engem Kontakt zu den hiesigen Unternehmen. Ausdruck dieser überaus fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Betrieben und Investoren sind verschiedene Planungen und Baumaßnahmen, die in diesem Jahr umgesetzt bzw. auf den Weg gebracht werden konnten. Als Beispiele möchte ich hier den Neubau eines Entwicklungszentrums und einer Betriebskantine bei Dr. Schneider in Neuses – in der alten Schule wird ein IT Kompetenzzentrum enstehen - oder den Wiederaufbau der Fertigungshalle der Firma Reinhardt in Gundelsdorf nach dem verheerenden Großbrand im Sommer darf ich  nennen. Das Unternehmen WOCO möchte nach dem Anbau einer Produktionshalle im vergangenen Jahr in der Industriestraße noch weiter expandieren und eine neue Fertigungshalle errichten. Und auch durch die Firma M.Ai. in Neuses wurden eine ganze Reihe zusätzlicher technischer Arbeitsplätze geschaffen. Die Erweiterung der Fa. Scholz in Gundelsdorf ist auf den Weg gebracht, dort wird schon gebaut.

In der Nähe des Kühnlenzhofs/Steinmühlgasse sollen neue Büros und Praxisräume gebaut werden, in der Amtsgerichtsstraße wird ein weiteres Haus saniert und damit der Stadthotelkomplex erweitert und im Hammermühlweg entsteht ein neuer Drogeriemarkt. Das alles dient ebenfalls dem Erhalt bestehender und der Schaffung neuer Arbeitsplätze – im Kampf gegen die negative demografische Entwicklung sicher das beste Rezept.

Deswegen danke ich unseren heimischen Wirtschaftsunternehmen heute ganz besonders für ihre Standorttreue und ihr Bekenntnis zur Region, denn eines ist klar: Wenn es nicht genügend Arbeitsplätze, insbesondere für junge Menschen mit abgeschlossenem Studium in Kronach und Umgebung gibt, wird sich auch der Bevölkerungsverlust nur schwer bremsen lassen und es wird für die Unternehmen noch schwerer, sich Fachkräfte in ausreichender Zahl zu sichern. Und auch für die Kommune entstehen Probleme, wenn die Einwohnerzahl weiter sinkt. Denn die mindestens gleichbleibenden Kosten für die vorhandene Infrastruktur wie Wasserversorgung, Straßennetz, Freizeiteinrichtungen oder Naherholungsgebiete verteilen sich letztlich auf weniger Bürger.

Deshalb sind innovative Ideen gefragt und grundsätzliche Maßnahmen zu ergreifen, mit denen sich der demografische Wandel in der Region zumindest abmildern lässt. Eine Stellschraube, an der die Politik drehen kann, ist die Optimierung des Betreuungsangebots für Kinder, um Eltern so gut es geht dabei zu unterstützen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Die Stadt Kronach hat diese Notwendigkeit erkannt und in den vergangenen Jahren eine Menge Geld dafür in die Hand genommen:

In der Kernstadt wurde die Lucas-Cranach-Grundschule samt Turnhallenkomplex, der Kreuzbergkindergarten und der Kindergarten Sonnenschein in der Friedhofstraße generalsaniert. Ende letzten Jahres konnte dann auch die Sanierung des Friesener Kindergartens mit dem Neubau einer Kinderkrippe abgeschlossen werden und erst vor wenigen Wochen durften wir uns über die Einweihung des Kinderkrippenanbaus am Kindergarten Pfiffikus in Fischbach freuen, wo weitere 12 Krippenplätze neu entstanden sind. Sanierungsmaßnahmen stehen auch bei den Kindergärten beim BRK im Mehrgenerationenhaus sowie in Gundelsdorf und Dörfles und langfristig am Kindergarten in der Rosenbergstraße und in Gehülz auf unserer Agenda.Das Kinderbetreuungs- und Kinderkrippenplatzangebot wurde und wird also deutlich und dem Bedarf entsprechend ausgebaut.

Innovative Betreuungskonzepte braucht es auch für die ältere Generation. Deswegen arbeiten Stadt und Spitalstiftung gemeinsam mit dem Caritas-Kreisverband intensiv an der Umsetzung des Projekts „In der Heimat wohnen“, in dessen Zuge eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz, Mietwohnungen für Senioren und ein Zentrum für offene Seniorenarbeit errichtet werden soll.

Die Zahl der Mitbürgerinnen und Mitbürger, die den Wunsch haben, trotz Krankheit und Pflegebedürftigkeit möglichst lange im vertrauten Umfeld der eigenen vier Wände wohnen bleiben zu können, nimmt stetig zu. Deswegen wird auch das Ambulante-Pflege-Angebot weiter ein Thema sein. Nicht unerwähnt lassen möchte ich in diesem Zusammenhang die Zwischennutzung des Bürgerspitals als Übergangs-Kinderheim für Flüchtlinge. Hier hat uns das Jugendamt im Landratsamt um Hilfe gebeten. Die momentane Flüchtlingssituation ist wohl eine der größten humanitären Herausforderungen dieser Tage, bei der alle gesellschaftlichen Schichten zur Hilfe aufgerufen sind. Gerade Kinder sind immer wieder Leidtragende von Krieg, Flucht und Vertreibung. Daher wird zur Zeit geprüft,, ob sich das derzeit leer stehende Spitalgebäude für einen Zeitraum von drei Jahren für eine solche Einrichtung eignet.

Zusätzlich zum Betreuungs-, Bildungs- und Arbeitsplatzangebot muss aber auch die Infrastruktur stimmen. Dazu gehört eine bessere verkehrstechnische Anbindung, aber auch beispielsweise der Breitband-Ausbau. Leider lässt der Ausbau der B173 weiter auf sich warten, Ich fordere weiterhin ein optimale Anbindung und vierstreifigen Ausbau an das überregionale Verkehrsnetz der für unseren Landkreis und den Wirtschaftsunternehmen überlebenswichtig ist. Der Neubau der Kreisverkehrsanlage an der Südbrücke geht gut voran. Nachdem heuer die Bahnbrücke saniert wurde, folgt nächstes Jahr ab Ostern der zweite Bauabschnitt, in dessen Rahmen der eigentliche Kreisverkehrsplatz gebaut wird.

In Sachen Breitbandausbau hat die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht. Zusammen mit den anderen kreisangehörigen Gemeinden sind wir in das neue Förderverfahren zur Realisierung von Schnellem Internet in ländlichen Gebieten eingestiegen.Vom Landkreis und der Firma IKT aus Regensburg werden wir bei der Umsetzung der Förderrichtlinien und der dazu nötigen Förderschritte unterstützt. Aktuell steht hier an, dass nach der Markterkundung bei den vorhandenen Netzbetreibern im Frühjahr nun das Auswahlverfahren auf den Weg gebracht wird. Damit soll erreicht werden, dass innerhalb der nächsten drei Jahre eine fast flächendeckende Breitbandversorgung mit schnellem Internet ermöglicht wird.

Geldgeschenke sind häufig Ausdruck mangelnder Kreativität und dafür, dass einem keine bessere Geschenkidee eingefallen ist. Für uns ist die eine Million Euro Bedarfszuweisung, die der Stadt Kronach vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr gewährt wird, jedoch schlicht ein Segen. Denn sie darf für den im Investitionsprogramm 2014/2015 benannten, dringenden investiven Bedarf z.B. im Kindergartenbereich, für Straßenbau und Brückensanierungen oder die Planung und den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses verwendet werden.

Dies ist umso bedeutender, als die finanziellen Spielräume der Stadt trotz Schuldenabbaus in den letzten Jahren nach wie vor starkeingeschränkt sind. Dazu nur einige Zahlen: Bis zum Jahresende 2013 hatte sich die Gesamtverschuldung der Stadt inkl. ihrer Eigenbetriebe vom Schuldenhöchststand im Jahr 2003 mit 56,25 Mio. Euro auf weniger als 41 Mio. Euro verringert – sicher ein Erfolg des eingeschlagenen Haushaltskonsolidierungskurses, den sowohl der alte, als auch der in diesem Jahr neu gewählte Stadtrat parteiübergreifend mitgetragen hat.

Auch in diesem Jahr dürfen wir uns über einen genehmigten Haushalt freuen und die Zinslast konnte weiter gesenkt werden, obwohl die Verschuldung 2014 wieder um ca. 1,3 Millionen Euro anwächst. Bedingt ist diese Steigerung durch eine Kreditaufnahme, die für den Erwerb der LOEWE-Grundstücke durch die eigens dazu gegründete Stadtentwicklungs-GmbH und zur Sicherung der künftigen städtebaulichen Entwicklung unbedingt nötig war.Ohne diese Maßnahme hätte die Stadt sogar 1,2 Mio. Euro weiterer Schulden abbauen können.

Wir sind uns aber einig darüber, dass diese Investition strukturpolitisch richtig und wichtig für Kronach war und ist. Sie hat dazu beigetragen, dass es mit dem Kronacher Vorzeigeunternehmen LOEWE mit noch ca. 500 Mitarbeitern weiter-und aufwärts geht.

Nach wie vor befindet sich die Stadt Kronach jedoch in der Phase der Haushaltskonsolidierung. Aus diesem Grunde wird auch seitens der Rechtsaufsicht im Landratsamt weiterhin gefordert, dass alle Ausgaben und Investitionen gründlich zu prüfen sind und auf ihre Notwendigkeit hin untersucht werden müssen. Zu beachten ist ferner, dass dievom Freistaat Bayern gewährte Stabilisierungsbeihilfe zurückgezahlt werden müsste, wenn die Konsolidierungsbemühungen der Stadt Kronach nicht weiter fortgesetzt werden.

Die erfreuliche, gesamtwirtschaftliche Lage bewirkt zwar auch in diesem Jahr, dass die Gewerbesteuer über dem Haushaltsansatz abschließen wird. Allerdings ergeben sich dann in den Folgejahren entsprechende Reduzierungen bei den Schlüsselzuweisungen (Rückgang gegenüber 2014 um 650.000 Euro) sowie Erhöhungen bei der Kreisumlage (wenn der Hebesatz für 2015 unverändert bleibt, knapp 600.000 Euro mehr).

Und nachdem bei der Verabschiedung des Haushalts 2014 im Finanzplanungszeitraum für die kommenden Jahre schon jetzt erhebliche Probleme im Ausgleich erkennbar sind, sollte die Haushaltskonsolidierung auch weiterhin oberste Priorität genießen.

Ich betone aber ausdrücklich, liebe Bürgerinnen und Bürger, dass die Stadt Kronach durchaus in der Lage war, zu investieren. Sie wird dies auch künftig tun können, aber eben mit dem nötigen Augenmaß, so wie es auch in diesem Jahr mustergültig praktiziert wurde.

So hat der Kronacher Stadtrat beispielsweise für 2014 eine deutliche Anhebung der finanziellen Mittel für Investitionen im Bereich Straßenunterhalt beschlossen. Einen Schwerpunkt stellten heuer Sanierungsmaßnahmen an Gemeindeverbindungsstraßen dar, aber auch in der Kernstadt und in den einzelnen Stadtteilen konnten einige, im wahrsten Sinne des Wortes „offene Baustellen“ behoben werden. Uns ist bewusst, dass es vielerorts Probleme mit schlechten Straßenzuständen gibt. Dass nicht alle wünschenswerten Straßensanierungsarbeiten gleichzeitig und sofort durchgeführt werden können, versteht sich angesichts der Haushaltslage der Stadt Kronach jedoch eigentlich von selbst. Ich kann dabei nur um Verständnis bitten. Dennoch werden Stadt und Stadtwerke bemüht sein, auch in der Zukunft weitere Maßnahmen nach der Prioritätenliste abzuarbeiten.

Weil die Notwendigkeit einfach da ist, ist vorgesehen, die Haushaltsmittel hierfür in den Folgejahren noch einmal anzuheben.Dann soll auch endlich die sich in einem wirklich äußerst schlechten Zustand befindliche Festungsstraße, deren Sanierung vielen, auch mir selbst, auf den Nägeln brennt, an die Reihe kommen. Die Planungen dafür laufen gerade an, sind aber sehr umfangreich, kostenintensiv und nicht ganz einfach, weil gleichzeitig Wasserversorgungs- und Kanalleitungen mit erneuert werden müssen und die Erreichbarkeit u.a. von JVA und Festung Rosenberg während der Dauer der Sanierungsmaßnahme sichergestellt sein muss.

Mit dem Abschluss der energetischen Sanierung der Kläranlage Kronach konnte die größte Investitionsmaßnahme der Stadtwerke in den letzten beiden Jahren mit einem Kostenvolumen von rund 2,5 Mio. Euro ebenfalls erfolgreich abgeschlossen werden. Auch die Planungen zum Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses mit Atemschutzübungsanlage des Landkreises in Kronach laufen weiter.Inzwischen wurde das Architekturbüro ausgewählt, das sich federführend um das Projekt kümmern soll.Den Zuschlag hat die Bietergemeinschaft K-plan – ein Büro in Abensberg – und Lauer & Lebok aus Lichtenfels erhalten.

Rege Bautätigkeit gab und gibt es in Kronach aber auch im Wohnungsbausektor. So wurde von der Fa. Bauconcept Hanna ein weiteres Grundstück im Umgriff des Landesgartenschauparks mit Büro -Miet- bzw. Eigentumswohnungen bebaut, die nahezu komplett verkauft sind. Ähnlich verhält es sich beim Projekt der Firma H+S Immobilien im Ziegelwinkel. Im Falle der neuen Wohnanlage mit Mietwohnungen der Oberfränkischen Wohnungsbaugenossenschaft am Inneren Ring konnte im Oktober Richtfest gefeiert werden, die Fertigstellung ist für Mitte kommenden Jahres geplant. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Nachfrage nach seniorengerechtem bzw. barrierefreiem Wohnraum, ausgestattet mit Aufzügen, Tiefgarage etc., in Kronach unverändert hoch ist. Weitere Anfragen von Bauträgern für Wohnungen oder Betriebserweiterungen  liegen bereits vor und werden von der Verwaltung geprüft.

Auch der Landkreis investiert kräftig in der Kreisstadt. Die Sanierungsmaßnahmen an den weiterführenden Schulen und am Kreiskulturraum laufen plangemäß weiter.Und erst vor kurzem wurde nach rund 16-monatiger Umbauphase die Kreisbibliothek in völlig neuer Optik und zeitgemäßer Technik wiedereröffnet.

Auf den Weg gebracht wurden auch die Planungen zur Errichtung einer Tagesklinik für Erwachsenenpsychiatrie durch den Bezirk Oberfranken in der Friesener Straße.

Eine Daueraufgabe wird die Belebung der Innenstadt und die Beseitigung der zahlreichen Leerstände bleiben. Zu diesem Zweck hat der Stadtrat die Durchführung eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes beschlossen, das letztlich in eine möglichst hohe Förderung von Maßnahmen in diesem Bereich führen soll. Selbstverständlich tut auch das städtische Wirtschaftsreferat im Rahmen des Leerstandsmanagements alles, um Eigentümerund Interessenten zusammenzubringen, egal ob es dabei um die Suche von Wohnraum oder um die Vermittlung geeigneter Gewerbeimmobilien geht.

Für die umfassende Modernisierung der Fänkischen Galerie erhielten wir ein weiteres finanzielles Präsentvom Freistaat Bayern in Höhe von 400.000 Euro. In guter und enger Zusammenarbeit von Stadt, Bayerischem Nationalmuseum und Staatlichem Bauamt wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Galerie im Mai 2014 im Rahmen eines Festaktes feierlich wiedereröffnet werden konnte.

Das Mehrjahresprojekt (2013-2015) für die Festung Rosenberg läuft auch in den anderen Bereichen Festungsherberge, sowie altem und neuem Zeughaus auf vollen Touren. Das Gesamtbudget für diesen Zeitraum beträgt 4,2 Millionen Euro,  in 2014wurde rund eine Million verbaut. Angesichts beträchtlicher Fördermittel verbleibt ein städtischer Eigenanteil von ca. 250.000 Euro, also weniger als 6 % der Gesamtsumme.

Fortgeführt wurde das Festungsprojekt „Forte Cultura“, bei dem Kronach einer von 12 Projektpartnern ist, die sich über ganz Europa verteilen. Ziel ist die Schaffung einer europäischen Festungsroute, mit dem Vorteil der Einbindung der Festung Rosenberg in ein internationales Marketing, das letztlich dazu führen soll, dass noch mehr Besucher nach Kronach kommen.

Auch die „Wege zu Cranach“ werden weiter beschritten. Hier gilt das Hauptaugenmerk derzeit der Vorbereitung des Cranach-Jahres 2015.

Von einer sehr guten Saison kann man bei den Faust-Festspielen sprechen. Die Zuschauerzahlen gehen wieder nach oben und es ist schön zu sehen, dass die ergriffenen Maßnahmen, wie neue Werbemittel und Gruppenangebote, die Kooperation mit Handwerk und Kultur oder Schulaufführungen, wirken.

Ein neues Online-Ticketsystem ist vor kurzem angelaufen. Es soll weitere Verbesserungen bringen und überregional auf die Festspiele aufmerksam machen.Dennoch heißt es auch bei den Faust-Festspielen am Ball zu bleiben und innovative Ideen zu entwickeln, die den Bestand unseres kulturellen Aushängeschildes sichern. Weitere touristische Highlights in diesem Jahr waren u.a. das Geschichtsfestival „Crana Historica“, „Kronach leuchtet“, das Rosen- und Gartenfestival, die Museumstage auf der Festung Rosenberg, die Kronacher Denkmalwoche und verschiedene Sonderausstellungen. Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Ich darf feststellen:  trotz nach wie vor angespannter finanzieller Lage tut sich so einiges in Kronach und ich finde es doch beachtlich, was alles erreicht werden konnte – natürlich auch unter bestmöglicher Ausnutzung von Fördermöglichkeiten. In diesem Zusammenhang danke ich allen Geldgebern, die unsere Stadt immer wieder bei den verschiedensten Projekten unterstützen.

Mein Dank gilt deshalb unseren Stadtrat für das – meist-  gute Miteinander.

Danke meinen Stellv. im Bürgermeisteramt Angela Hofmann und Markus Wich  für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Herzlichen Dank meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, Bauhof und den Eigenbetrieben, denn hinter den vielen Projekten steht auch ein immenser Arbeitsaufwand der vom reduzierten Personalkörper bewältigt werden muss.

Ohne das großartiges bürgerschaftliches Engagementund Verständnis würde sich vieles nicht realisieren lassen. Deshalb sage ich zum Schluss meiner Ausführungen,allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, Vereinen, Verbänden und Organisationen, die sich immer wieder in besonderer Weise für das Gemeinwesen einsetzen und hier beispielhafte, ehrenamtliche Arbeit leisten, ein herzliches Vergelt’s Gott! Ich hoffe und wünsche mir, dass die Stadt Kronach auch künftig auf ihre Unterstützung zählen kann.

Vielen Dank bis hierher für Ihre Aufmerksamkeit!